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ADHS im Erwachsenenalter: Verstehen und Bewältigen

16. September 2024

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird häufig mit unruhigen Kindern und Jugendlichen assoziiert. Doch viele betroffene Personen tragen diese Herausforderung ins Erwachsenenalter. Dieser Beitrag behandelt ADHS bei Erwachsenen und untersucht Auswirkungen auf Beruf, Beziehungen und Selbstwahrnehmung – mit dem Ziel, Verständnis zu fördern und die Verbindung zwischen ADHS und Burnout zu beleuchten.

Was ist ADHS?

Symptome

Die drei Leitsymptome sind:

  • Hyperaktivität (motorisch oder mental; bei Kindern eher motorisch)
  • Impulsivität
  • Aufmerksamkeitsstörung

Weitere Symptome:

  • Chronische innere Unruhe, «Gehirn steht nie still»
  • Reizüberflutung von aussen und durch Gedanken
  • Emotionen überfluten Denken und Verhalten

Es existieren mindestens 40 Symptome, die nahezu jeden Lebensbereich beeinflussen.

Diagnose

Eine fachgerechte ADHS-Diagnose erfolgt durch spezialisierte Fachärzte, Psychiater oder Psychologen. Ein umfassendes Gespräch und eine körperliche Untersuchung sind wesentlich, um alternative Ursachen auszuschliessen. Die Diagnose kann Erleichterung bringen, da sich ADHS oft hinter anderen Diagnosen wie Angststörungen oder Depressionen verbirgt.

Erscheinungsbilder

Je nach Symptomkombination werden folgende Formen unterschieden:

  • Vorwiegend unaufmerksames Erscheinungsbild («Hans-Guck-in-die-Luft»)
  • Vorwiegend hyperaktiv-impulsives Erscheinungsbild («Zappelphilipp»)
  • Kombiniertes Erscheinungsbild (Vollbild der ADHS)

Ursachen

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt und nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Genetische Veranlagung und veränderter Dopamintransport an Nervenzellen spielen zentrale Rollen. Äussere Einflüsse haben ebenfalls Bedeutung. Gesellschaftliche Faktoren wie Reizüberflutung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel oder hohe Leistungsorientierung werden diskutiert, sind aber durch verlässliche Studien kaum untersucht.

Therapie

Viele Erwachsene entwickeln eigenständige Bewältigungsstrategien wie Entspannungstechniken oder Sport. Andere benötigen professionelle Unterstützung durch Medikation und/oder Psychotherapie. Medikamente wirken gegen Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit. Verhaltenstherapie hilft im Umgang mit alltäglichen Herausforderungen.

Psychoedukation ist zentral wichtig – die Aufklärung über ADHS und konkrete Werkzeuge zur besseren Alltagsbewältigung. Bewegung, guter Schlaf, Ernährung, Achtsamkeit, Entspannung und soziale Unterstützung sind ebenfalls bedeutsam.

Mythen

Folgende verbreitete Aussagen sollten kritisch hinterfragt werden:

  • «Alle haben ein bisschen ADHS»
  • «ADHS ist eine Entschuldigung oder Ausrede»
  • «Resultat von Faulheit, fehlender Disziplin oder Willensschwäche»
  • «Betrifft nur wilde Jungen»
  • «Folge schlechter Erziehung»

Maskierung

ADHS-Maskierung tritt auf, wenn Personen Symptome unterdrücken, um sozialen Normen zu entsprechen. Dies verbirgt einen Teil des Selbst unter hohen persönlichen Kosten. Äusserungen sind: übermässige Unterordnung, zwanghaftes Organisieren, Verhalten nach Erwartungen statt innerer Gefühle, Aufstauen intensiver Gefühle bis zur inneren Erschöpfung oder Perfektionismus.

Stärken und Schwächen

Stärken: ADHSler sind voller Widersprüche. Sie können kreativ, intuitiv und begeisterungsfähig für Neues sein, verfügen über ausgeprägte Empathie, sind Improvisationskünstler mit Sinn für Humor, haben feine sinnliche Antennen und wechseln Perspektiven leicht.

Schwächen:

  • Geringe exekutive Funktionen (Planung und Ausführung)
  • Stimmungsschwankungen
  • Vorgefühl der Ablehnung
  • Konzentrationsschwierigkeiten bei Langeweile
  • Rasende Gedanken
  • Intensives Leben über Belastungsgrenzen hinaus
  • Mangelnde Körperwahrnehmung

Begleiterkrankungen

Etwa zwei Drittel der Erwachsenen mit ADHS haben zusätzliche Begleiterkrankungen oder Probleme wie soziale Verhaltensstörungen, Depressionen, Tic-Störungen oder Substanzabhängigkeit. Viele entwickeln aufgrund geringen Selbstbewusstseins Depressionen.

Burnout

Defizite im Zeitmanagement, der Selbstorganisation, der Emotionsregulation und permanente neuronale Hyperaktivität erhöhen das Burnout-Risiko. Maskierungsstrategien wie People Pleasing und Perfektionismus erfordern viel Energie und führen langfristig zu Burnout.

ADHS bei Erwachsenen

ADHS beginnt in der Kindheit und Jugend. Mit zunehmendem Alter werden Symptome oft schwächer, besonders die Hyperaktivität. Unaufmerksamkeit, innere Unruhe und Emotionsregulationsprobleme treten in den Vordergrund. Bei einigen Personen wird ADHS erst im Erwachsenenalter diagnostiziert.

Wie äussert sich ADHS im Erwachsenenalter?

Erwachsene mit ADHS haben Probleme mit:

  • Alltagsorganisation und Arbeit
  • Längerem Konzentrieren auf Aufgaben
  • Einhalten von Terminen
  • Impulsivem Verhalten (häufiges Reden, Unterbrechen)
  • Schneller Reizbarkeit
  • Voreiliger Beziehungsbeendigung
  • Spontanen Jobwechseln oder Kündigungen
  • Emotionaler Regulation
  • Geringer Frustrationstoleranz
  • Schwierigkeiten, bei Stress Pflichten zu erfüllen
  • Zielformulierung und -erreichung

Wie wird ADHS bei Erwachsenen festgestellt?

Eine professionelle Diagnose ist sinnvoll, wenn psychische Probleme die Lebensqualität deutlich und längerfristig beeinträchtigen. Eine sorgfältige Diagnose verhindert unnötige oder falsche Behandlungen.

Die Diagnosekriterien entsprechen denen für Kinder. Eine Diagnose wird gestellt, wenn:

  • Auffälligkeiten in der Kindheit begannen
  • Mindestens sechs Zeichen von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Impulsivität vorhanden sind
  • Probleme in mehr als einem Lebensbereich bestehen
  • Das Sozial- oder Berufsleben stark beeinträchtigt ist

Wichtig ist der Ausschluss anderer psychischer Erkrankungen, die Symptome erklären könnten.

ADHS und TCM

Die begleitende TCM-Behandlung zur konventionellen Therapie bietet ganzheitliche, natürliche und personalisierte Unterstützung. Sie lindert Symptome wie innere Unruhe, reduziert Nebenwirkungen und fördert Wohlbefinden – sie ergänzt konventionelle Therapie, ersetzt sie aber nicht.

Mit TCM und ganzheitlichem Coaching können Symptome gelindert werden. Als selbst von ADS Betroffene begleite ich Klientinnen und Klienten auf ihrem individuellen Weg zu mehr Fokus und innerer Balance.

So kann TCM unterstützen

  • Akupunktur: Reguliert das Nervensystem, beruhigt den Geist, fördert Konzentration
  • Kräutertherapie: Westliche Heilpflanzen zur Stärkung von Geist und Körper
  • Ernährung: Individuelle Empfehlungen stabilisieren den Energiehaushalt und fördern Ausgeglichenheit
  • Schröpfen: Löst emotionale und körperliche Spannungen, bringt den Körper in Balance

Mehr zum ADHS-Coaching-Angebot →


Quellen

  1. Gesundheitsinformation.de – ADHS bei Erwachsenen: https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html
  2. Gesundheitsinformation.de – Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS): https://www.gesundheitsinformation.de/aufmerksamkeitsdefizit-und-hyperaktivitaetsstoerung-adhs.html
  3. IKP-Fortbildung 14.6.2024: Anders denken, handeln, sein. ADHS und die sechs Lebensdimensionen (Nicole Anja Baur)
  4. Webinar Elpos 22.8.2024: ADHS und Burnout (PD Dr. med. Monika Ridinger)

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson. Gerne begleite ich Sie ergänzend mit der TCM – vereinbaren Sie ein Erstgespräch.

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